Laotse Philosophie: Stress- und Glücksforschung
Besonders in schwierigen Lebenssituationen ist eines immer von Bedeutung und großer Hilfe: Gelassenheit. Die Kunst trotz schwerer Niederlagen und hohen Anforderungen allen Lebensbereichen sich niemals aus der Ruhe bringen zu lassen, die Kraft nicht mit ungesundem Stress auf Druck von außen zu reagieren. Leider zeigen uns Studien mehrerer Krankenkassen, dass wir genau diese notwendige Kunst der Gelassenheit viel zu selten beherrschen und anwenden. Demnach stehen 80% aller deutschen Bürger unter Anspannung oder machen sich große Sorgen. Daraus resultiert seelischer Stress, der in drei Bereichen negativen Einfluss ausübt. Die Gedächtnis- und Lernleistungen nehmen spürbar ab was wiederum zu einer Steigerung der Angst und einer Wahrnehmung der Hilflosigkeit führt. Auch das körperliche Befinden bleibt davon nicht verschont, Herzrasen, Blutdruckprobleme, höhere Anfälligkeit für Infektionen und Muskelverspannungen sind die Folge. Erkenntnisse auf dem Gebiet der Stressforschung sprechen eine eigene Sprache, nicht die moderne Medizin trägt zum großen Teil zu einem langen Leben bei, sondern die Gelassenheit verlängert das menschliche Leben. Weiter heißt es, die Denkmuster in unserem Kopf entscheiden ob wir gelassen oder gestresst die Lebensaufgaben meistern.
Wie die Laotse Philosophie Gelassenheit lehrt
Der US-Stressforscher Ron Palomares ist der Auffassung, dass die Gelassenheit wie ein Muskel, der entweder von Natur aus schwach oder stark ist. Palomares ist bei seinen Untersuchungen auf drei grundsätzliche Stresstypen gestoßen. Beim ersten Typ führt der alltäglich Stress zu starker Ermüdung und Reizbarkeit sowie Schmerzen am Abend. Der zweite Typ unterdrückt den Stress, nach einer gewissen Zeit kommt es zum Ausbruch, welcher überproportianal negative Auswirkungen bis zum Burnout nach sich zieht. Der letzte Stresstyp allerdings blieb langfristig, trotz gleichen Drucksituationen, von negativen Auswirkungen auf Psyche und Physis verschont. Er hatte gelernt Stress erfolgreich durch Gelassenheit zu kompensieren. Palomares ist überzeugt, dass das Gehirn der dritten Gruppe Stresssituationen gelassen gegenübertritt und verarbeitet, eine Art zu denken, wie jeder es lernen könnte.
Amerikas führende Psychotherapeuten haben schon lange eine alte chinesische Weisheit wiederentdeckt. Denn was die Glücks- und Hirnforschung heute anfangen zu verstehen und begreifen, wusste vor über 3000 Jahren schon der alte Prophet Laotse in seinem Wer Tao Te King zu berichten. Ein in der östlichen Kultur schon sehr lange geachtetes Weisheitsbuch. Folgende Sätze aus diesem Buch gelten als die philosophisch am wertvollsten.
Laotse: "Erinnere dich täglich daran, dass es keinen Weg zum Glück gibt, sondern Glück ist der Weg. Konzentriere dich deshalb auf das, was ist."
Speziell der Glücksforscher Mihaly Csikszentmihalyi untermauert mit seinen Teststudien diesen Laotsesatz zur Lebenseinstellung. In seinen Experimenten sollten seine Testprobanden in ihrem regulären Alltag auf einen Knopf einer kleinen mobilen Zählelektronik drücken, wenn sie sich entspannt und wohl fühlten. Parallel wurde von den Probanden Tagebuch über ihre Alltagserlebnisse geführt. Das Resultat dieser Studie war eindeutig. Am wohlsten fühlten sich die Personen bei der Verrichtung ganz normalen Alltagstätigkeiten, den Rasen mähen, die Kinder von der Schule abholen oder einfach bei der Arbeit. Dabei wurde vor allem ein Gefühl der Entspannung empfunden, wenn das Erleben der Situation im aktuellen Moment stattfand, ohne Fokussierung auf ein zukünftiges Ereignis. Gelassene Menschen leben den Moment und wissen: Der aktuelle Moment ist wichtiger als der nächste.
...wird fortgesetzt!











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